Webflow vs WordPress – worum geht es bei diesem Vergleich?

Du planst eine neue Website und stehst vor der Frage: Webflow oder WordPress? Beide Plattformen werden ständig empfohlen, beide haben leidenschaftliche Anhänger – und beide taugen für professionelle Websites. Trotzdem könnten sie unterschiedlicher kaum sein.

WordPress ist ein Open-Source-Content-Management-System, das seit 2003 existiert und rund 43 % aller Websites weltweit antreibt. Webflow ist eine gehostete Plattform mit visuellem Editor, die seit 2013 am Markt ist und vor allem in der Design-Szene beliebt wurde. In diesem Vergleich schauen wir uns beide Systeme bei den Kriterien an, die für deine Entscheidung wirklich zählen: Kosten, Flexibilität, SEO, Skalierbarkeit und die Frage, wem deine Website eigentlich gehört. Du interessierst dich auch für andere CMS-Alternativen? Dann schau dir unsere Vergleiche TYPO3 vs WordPress, Joomla vs WordPress und Wix vs WordPress an.

Kosten im Vergleich: Webflow-Pläne vs. WordPress-Hosting

Beim Thema Kosten trennen sich Webflow und WordPress fundamental. Webflow bündelt Hosting, Editor und CMS in monatlichen Plänen. WordPress ist kostenlos – du zahlst separat für Hosting, Domain, Themes und Plugins.

Webflow-Preise (Stand 2026)

  • Starter: Kostenlos, aber mit webflow.io-Subdomain und Webflow-Badge. Maximal 2 statische Seiten. Zum Testen okay, für echte Projekte unbrauchbar.
  • Basic: Ab 18 $/Monat (jährlich). Custom Domain, kein CMS, 500 Formular-Einreichungen.
  • CMS: Ab 29 $/Monat. Bis zu 2.000 CMS-Einträge, Blog-Funktion, 1.000 Formular-Einreichungen.
  • Business: Ab 49 $/Monat. 10.000 CMS-Einträge, 2.500 Formular-Einreichungen, erweiterte Funktionen.
  • Enterprise: Individuelles Pricing ab mehreren Hundert Dollar monatlich. SLA, erweiterte Sicherheit, Rollen-Management.

Dazu kommt: Webflow berechnet für den Editor (Designer-Zugang) separate Workspace-Gebühren. Ein Team mit mehreren Redakteuren wird schnell teuer.

WordPress-Kosten (typisches Setup)

  • WordPress-Software: 0 € – Open Source, keine Lizenzgebühren.
  • Hosting (Shared): 3–10 €/Monat bei Anbietern wie All-Inkl, Raidboxes oder Hetzner.
  • Managed WordPress-Hosting: 15–50 €/Monat bei Raidboxes, Kinsta oder Cloudways.
  • Premium-Theme: 40–80 € (Einmalkauf) oder kostenlos.
  • Premium-Plugins: 50–300 €/Jahr, je nach Bedarf (SEO, Pagebuilder, Sicherheit).
  • Domain: 10–15 €/Jahr für eine .de-Domain.

Rechenbeispiel für ein Jahr: Eine WordPress-Website mit Managed Hosting (20 €/Monat), einem Premium-Theme (60 €) und drei Premium-Plugins (ca. 150 €/Jahr) kostet dich rund 450 € im ersten Jahr. Mehr Details zu typischen Projektbudgets findest du in unserem Ratgeber Was kostet professionelles Webdesign?. Das gleiche Projekt auf Webflow im CMS-Plan: 348 $ (ca. 320 €) reine Plattformkosten – aber ohne die Flexibilität, die WordPress durch sein Plugin-Ökosystem bietet.

Der Unterschied wird bei wachsenden Projekten deutlich: WordPress skaliert bei den Kosten linear (mehr Traffic = besseres Hosting). Webflow dagegen zwingt dich in höhere Tarifpläne, sobald du CMS-Grenzen oder Traffic-Limits erreichst.

Design-Freiheit: Visueller Editor vs. Theme-Ökosystem

Webflow Designer: Design direkt im Browser

Webflows größte Stärke ist der Webflow Designer – der visuelle Editor, in dem du deine Website direkt im Browser gestaltest. Volle Kontrolle über HTML, CSS und Layoutstruktur, ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Flexbox, CSS Grid, Animationen, Interactions: alles visuell steuerbar. Das Ergebnis ist ein responsives Webdesign, das sich an jede Bildschirmgröße anpasst. Für Designer, die aus Tools wie Figma oder Adobe XD kommen, fühlt sich der Webflow Designer wie eine natürliche Erweiterung ihres Workflows an.

Die Kehrseite: Die Lernkurve ist steil. Ohne solide CSS-Kenntnisse produzierst du im Webflow Designer schnell ein Chaos aus verschachtelten Containern. Und für Kunden, die ihre Inhalte selbst pflegen wollen, ist der Editor weniger intuitiv als das WordPress-Backend.

Animations & Interactions: Webflows Alleinstellungsmerkmal

Ein Bereich, in dem Webflow WordPress klar überlegen ist: Animationen und Interactions. Die eingebaute Animations-Engine erlaubt dir, Scroll-basierte Animationen, Hover-Effekte, mehrstufige Micro-Interactions und parallaxe Bewegungen rein visuell zu bauen – ohne JavaScript schreiben zu müssen. Dazu kommt nativer Lottie-Support: Du importierst komplexe After-Effects-Animationen als Lottie-Dateien und steuerst sie über Webflows Interaction-Panel.

In WordPress brauchst du für vergleichbare Animationen entweder spezialisierte Plugins (wie Motion.page oder Jetvision) oder Custom Code mit Bibliotheken wie GSAP oder Framer Motion. Das funktioniert, erfordert aber Entwickler-Wissen – oder zusätzliches Budget für eine Agentur.

WordPress: Themes, Pagebuilder und Full-Site Editing (FSE)

WordPress bietet mit dem Gutenberg-Block-Editor einen soliden Standard-Editor für Content-Pflege. Für Design-Freiheit greifen viele auf Pagebuilder wie Elementor, Bricks oder Oxygen zurück – oder nutzen Full-Site Editing (FSE) mit Block-Themes. FSE ist WordPressens Antwort auf visuelle Editoren: Du bearbeitest Header, Footer, Templates und globale Styles direkt im Browser – ähnlich wie in Webflow, aber innerhalb des WordPress-Ökosystems. Das Ergebnis: Du erreichst ähnliche Gestaltungsfreiheit wie in Webflow, hast aber zusätzlich Zugriff auf tausende fertige Themes als Startpunkt.

WordPress trennt klar zwischen Design und Content. Das macht es für Redakteure einfacher, Inhalte zu pflegen, ohne versehentlich das Layout zu zerstören – ein Vorteil, der im Agentur-Alltag Gold wert ist.

SEO-Vergleich: Webflow und WordPress im Ranking-Check

Beide Plattformen liefern die technischen SEO-Grundlagen: saubere URL-Strukturen, Meta-Tags, Sitemap-Generierung und responsives Design. Die Unterschiede liegen im Detail.

WordPress-SEO: Das volle Arsenal

WordPress mit Plugins wie Yoast SEO, Rank Math oder SEOPress gibt dir maximale Kontrolle über jeden SEO-Aspekt. Schema Markup, Canonical Tags, Breadcrumbs, XML-Sitemaps, Open-Graph-Tags, automatische Weiterleitungen – alles konfigurierbar, erweiterbar und anpassbar. Prüfe den Status deiner Seite jederzeit mit einem CMS Checker.

Dazu kommt die schiere Menge an SEO-Plugins für Spezialanwendungen: interne Verlinkung, Broken-Link-Detection, Ladezeit-Optimierung, Lazy Loading und Core-Web-Vitals-Tuning. Diese Tiefe bietet keine andere Plattform. Einen tieferen Einblick in das Thema gibt unser Guide zur Suchmaschinenoptimierung.

Webflow-SEO: Solide Basics, weniger Tiefe

Webflow generiert sauberen, semantischen Code – das ist ein echter Pluspunkt. Die eingebauten SEO-Tools decken die Grundlagen ab: Title Tags, Descriptions, Alt-Tags, 301-Redirects, automatische Sitemap. Auch die Ladezeiten sind dank CDN und optimiertem Hosting in der Regel gut.

Was fehlt: Erweiterte Schema-Markups musst du manuell als Custom Code einfügen. Es gibt keinen Marktplatz für SEO-Erweiterungen. Bei technisch anspruchsvollen SEO-Setups (dynamische Sitemaps, komplexe Redirect-Logiken) stößt Webflow an Grenzen – auch wenn die native Webflow Localization seit 2023 hreflang-Tags automatisch setzt. Für Programmatic SEO (massenhaft generierte Seiten aus Datenquellen) eignet sich WordPress mit Custom Post Types und Plugins wie WP All Import besser, da Webflow CMS auf 10.000 Einträge limitiert ist.

Content-Strukturierung: CMS Collections vs. Custom Post Types

Wie du Inhalte strukturierst, bestimmt langfristig die Skalierbarkeit deiner Website. Hier gehen Webflow und WordPress unterschiedliche Wege.

Webflow CMS: Collections, Reference Fields und Dynamic Pages

Das Webflow CMS basiert auf CMS Collections – vergleichbar mit Datenbanktabellen, in denen du Inhaltstypen definierst (Blog-Posts, Teammitglieder, Projekte, Testimonials). Jede Collection hat eigene Felder (Text, Bild, Referenz, Farbe, Switch). Über Reference Fields verlinkst du Collections miteinander – zum Beispiel Autoren mit Blog-Posts. Dynamic Pages generieren automatisch eine Detailseite pro Collection-Eintrag und übernehmen das Template, das du im Designer gestaltest.

Das System ist elegant, hat aber Grenzen: Maximal 40 Felder pro Collection, keine verschachtelten Repeater-Felder, und die Obergrenze von 10.000 CMS-Einträgen im Business-Plan. Für Blogs und mittelgroße Projekte reicht das – für datenintensive Anwendungen wird es eng.

WordPress: Custom Post Types + ACF / Meta Box

WordPress nutzt Custom Post Types (CPTs) für die Content-Strukturierung. Mit Plugins wie Advanced Custom Fields (ACF) oder Meta Box erstellst du beliebig komplexe Feldgruppen: Repeater, Flexible Content, Beziehungsfelder, Galerien, Google Maps – ohne jede Obergrenze bei der Anzahl der Einträge. Taxonomien (Kategorien, Tags, eigene Taxonomien) ermöglichen mehrdimensionale Filterung und Archivseiten.

Die Komplexität ist höher als bei Webflow CMS, dafür bekommst du ein System, das auch bei 100.000+ Einträgen stabil läuft – vorausgesetzt, das Hosting stimmt.

Vendor Lock-in: Wem gehört deine Website?

Hier zeigt sich der größte strukturelle Unterschied – und einer, den viele bei der CMS-Wahl unterschätzen.

Webflow: Deine Website lebt auf deren Servern

Webflow ist eine geschlossene Plattform. Deine Website liegt auf Webflows AWS-Infrastruktur. Den Code kannst du zwar exportieren (statisches HTML/CSS/JS), aber das CMS, die Interactions, die Formulare und die Editor-Funktionalität gehen dabei verloren. Ein Export ist kein funktionsfähiges Backup – es ist ein Abschied von allem, was Webflow ausmacht.

Konkret heißt das: Wenn Webflow die Preise erhöht, Features streicht oder den Dienst einstellt, hast du keine echte Alternative. Du baust entweder von Grund auf neu – oder du zahlst, was verlangt wird. Das ist Vendor Lock-in in seiner reinsten Form.

WordPress: Du behältst die volle Kontrolle

WordPress ist Open Source unter der GPL-Lizenz. Deine Website gehört dir: die Datenbank, die Dateien, der komplette Code. Du kannst den Hoster wechseln, die Agentur wechseln, das Theme wechseln – deine Inhalte und Struktur bleiben intakt. Kein Anbieter kann dir den Zugang sperren oder die Konditionen einseitig ändern.

Für Unternehmen, die langfristig planen, ist das ein entscheidender Faktor. Eine Website ist kein Einmal-Projekt – sie wächst über Jahre. Und in dieser Zeit willst du nicht von einer einzelnen Plattform abhängig sein.

Vergleichstabelle: Webflow vs WordPress auf einen Blick

Wischen zum Scrollen
Kriterium Webflow WordPress
Kosten (jährlich, typisch) 216–588 $ (Plattform allein) 150–600 € (Hosting + Plugins)
Lernkurve Steil – CSS-Wissen nötig Moderat – riesige Community hilft
Design-Freiheit Sehr hoch (visueller Editor) Sehr hoch (Themes + Pagebuilder)
SEO-Möglichkeiten Solide Basics, begrenzt erweiterbar Maximale Kontrolle durch Plugins
E-Commerce Integriert, aber limitiert (100 Produkte im CMS-Plan) WooCommerce: unbegrenzt, hochflexibel
Hosting Inklusive (AWS-CDN), kein eigener Server Frei wählbar, volle Kontrolle
Plugins / Erweiterungen Ca. 250 Integrationen über Drittanbieter 60.000+ Plugins im offiziellen Verzeichnis
Skalierbarkeit Begrenzt durch Plangrenzen Nahezu unbegrenzt skalierbar
Vendor Lock-in Hoch – Export ohne CMS-Funktionen Keiner – Open Source, volle Datenhoheit
Content-Pflege Editor für Designer optimiert Intuitiv für Redakteure und Nicht-Techniker
Sicherheit Plattform-managed, weniger Angriffsvektoren Eigenverantwortung, aber viele Security-Plugins
Community Wachsend, aber klein Größte CMS-Community weltweit
Mehrsprachigkeit Native Localization (seit 2023) WPML, Polylang, TranslatePress – flexibler
DSGVO-Konformität Hosting in USA – Drittlandtransfer Deutsches Hosting möglich – volle Kontrolle
API / Headless REST API (rate-limited) REST API + WPGraphQL – unbegrenzt
Wartungsaufwand Keiner – Plattform-managed Regelmäßig – Core-, Plugin-, Theme-Updates
Animationen Native Animations-Engine + Lottie Plugins oder Custom Code (GSAP etc.)
Lighthouse Score (typisch) 90–100 out of the box 90–100 mit Caching + Optimierung

WordPress vs Webflow – Zahlen im Überblick

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick

Marktanteile weltweit
CMS-Markt
43,5%
WordPress
1,0%
Webflow
Typische Kosten / Jahr
~1.500€
WordPress
~3.000€+
Webflow
Design-Freiheit
8
/10
WordPress
vs
10
/10
Webflow
Datenhoheit
Voll
WordPress
Eingeschränkt
Webflow

Score-Bewertung

10 Kriterien, ehrlich bewertet

WordPress Webflow
Kosten
8
5
Lernkurve
8
6
Design-Freiheit
8
10
SEO
9
7
E-Commerce
9
5
Skalierbarkeit
9
6
Datenhoheit
10
3
Animationen
6
10
Wartungsaufwand
6
9
Plugin-Ökosystem
10
4
Gesamtbewertung
WordPress 8.3/10
Webflow 6.5/10

E-Commerce: WooCommerce gegen Webflow Ecommerce

Beide Plattformen bieten E-Commerce-Funktionalität – aber auf völlig verschiedenem Niveau.

Webflow Ecommerce eignet sich für kleine Shops mit überschaubarem Produktkatalog. Die Checkout-Erfahrung ist sauber, das Design pixelgenau steuerbar. Die Limitierungen: Maximal 5.000 Produkte (im teuersten Plan), keine nativen Multi-Währungs-Checkouts, eingeschränkte Payment-Gateways (hauptsächlich Stripe und PayPal), keine Marktplatz-Anbindungen. Und der E-Commerce-Plan startet bei 29 $/Monat – zusätzlich zu den Site-Plan-Kosten.

WooCommerce auf WordPress ist das meistgenutzte E-Commerce-Plugin weltweit. Unbegrenzte Produkte, hunderte Payment-Gateways, Multi-Währungs-Support, Anbindung an Warenwirtschaftssysteme, Dropshipping, digitale Produkte, Abonnements – die Möglichkeiten sind nahezu endlos. Der Nachteil: Mehr Konfigurationsaufwand und die Verantwortung für Sicherheit und Performance liegt bei dir.

Hosting und Performance: Managed vs. Eigenregie

Webflows Hosting läuft über Amazon CloudFront und Fastly CDN mit automatischen SSL-Zertifikaten. Das bedeutet: schnelle Ladezeiten ohne Konfigurationsaufwand, globales CDN, automatische Backups. Webflow optimiert Bilder automatisch (WebP-Konvertierung, responsive Bildgrößen) – ein Feature, das bei WordPress Plugins wie Imagify, ShortPixel oder EWWW Image Optimizer erfordert. Du musst dich um nichts kümmern – kannst aber auch nichts optimieren, wenn du willst.

Bei WordPress wählst du deinen Hosting-Anbieter selbst. Das gibt dir maximale Kontrolle über Server-Standort (wichtig für DSGVO), PHP-Version, Caching-Strategien, CDN-Integration und Datenbank-Optimierung. Managed WordPress-Hoster wie Raidboxes oder Kinsta nehmen dir dabei den Großteil der technischen Arbeit ab, ohne die Flexibilität einzuschränken.

Performance im Detail: TTFB, Lighthouse und Caching

Beim Time to First Byte (TTFB) hat Webflow durch sein Edge-CDN einen Startvorteil: Statische Seiten werden direkt vom nächsten CDN-Node ausgeliefert, typische TTFB-Werte liegen bei 50–150 ms. WordPress generiert Seiten dynamisch über PHP – ohne Caching liegt der TTFB bei 300–800 ms, je nach Hosting-Qualität. Mit Page Caching (WP Rocket, WP Super Cache) und Object Caching (Redis oder Varnish) erreichst du aber vergleichbare Werte von 80–200 ms.

In Google Lighthouse-Tests und bei der Performance-Analyse zeigen beide Plattformen Performance-Scores von 90+ – wenn die Website sauber gebaut ist. Der Unterschied: Webflow liefert gute Werte out of the box. Bei WordPress musst du aktiv optimieren (Caching konfigurieren, unnötige Plugins entfernen, CSS/JS minimieren). Dafür hast du bei WordPress die Möglichkeit, jeden einzelnen Aspekt der Performance zu tunen – bis hin zu Server-Level-Optimierungen, die Webflow dir nicht erlaubt.

Sicherheit: Plattform-managed vs. Community-gestützt

Ein häufiges Argument gegen WordPress: „WordPress ist unsicher.“ Das stimmt so nicht. WordPress hat eine strikte Sicherheitspolitik, und der Core wird regelmäßig gepatcht. Sicherheitsprobleme entstehen fast ausschließlich durch veraltete Plugins, schwache Passwörter oder billiges Hosting ohne Updates.

Webflow hat hier einen strukturellen Vorteil: Als geschlossene Plattform gibt es weniger Angriffsvektoren. Keine Plugins von Drittanbietern, keine veralteten Themes, keine offenen Dateisysteme. Die Plattform kümmert sich um Sicherheitsupdates, SSL und DDoS-Schutz.

WordPress erreicht mit den richtigen Maßnahmen das gleiche Sicherheitsniveau: Managed Hosting, automatische Updates, Sicherheits-Plugins wie Wordfence oder Sucuri, Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Backups. Mehr zum Thema in unserem Ratgeber zur Web-Security. Der Aufwand ist höher – dafür behältst du die Kontrolle.

API & Headless CMS: Webflow und WordPress als Backend

Beide Plattformen lassen sich als Headless CMS einsetzen – also als reines Content-Backend, während das Frontend mit einem separaten Framework gebaut wird. Das ist der Kern der Jamstack-Architektur: Content aus dem CMS, Rendering über Static-Site-Generatoren oder Server-Side-Rendering, Auslieferung über CDN.

Webflow REST API

Webflow bietet eine REST API, über die du CMS-Inhalte lesen und schreiben kannst. Die API deckt Collections, Items, Sites und E-Commerce ab. Seit 2023 gibt es außerdem Webflow Apps – ein App-Marketplace, über den Drittanbieter Integrationen direkt in den Webflow Designer einbauen. Webflow Logic ermöglicht einfache Automatisierungen (If-this-then-that-Workflows) ohne externen Code.

Für echte Headless-Setups funktioniert das, hat aber Einschränkungen: Die API ist rate-limited (60 Requests pro Minute im CMS-Plan), und du zahlst trotzdem den vollen Site-Plan – auch wenn du Webflows Frontend gar nicht nutzt.

WordPress REST API & WPGraphQL

WordPress bringt seit Version 4.7 eine vollständige REST API mit, die jeden Aspekt des CMS abdeckt: Posts, Pages, Custom Post Types, Taxonomien, Medien, Benutzer. Dazu kommt WPGraphQL – ein Plugin, das WordPress um eine GraphQL-Schnittstelle erweitert und besonders im Zusammenspiel mit Next.js und Astro beliebt ist.

WordPress als Headless Backend mit Next.js oder Astro als Frontend ist inzwischen ein etablierter Stack – genutzt von Unternehmen wie die New York Times, TechCrunch und Spotify (für Teile ihres Content-Stacks). Der Vorteil gegenüber Webflow: Keine Rate-Limits, keine Plattformabhängigkeit, volle Kontrolle über Datenmodell und API-Endpunkte.

DSGVO & Datenschutz: USA-Hosting vs. deutsche Server

Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist Datenschutz kein Nice-to-have – es ist eine rechtliche Pflicht. Und hier unterscheiden sich Webflow und WordPress grundlegend.

Webflow: Hosting in den USA

Webflow hostet alle Websites auf AWS-Servern in den USA und nutzt Fastly als CDN. Damit fließen personenbezogene Daten (IP-Adressen, Formular-Eingaben) in die Vereinigten Staaten. Seit dem Schrems-II-Urteil des EuGH (2020) ist die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA rechtlich problematisch. Das EU-US Data Privacy Framework (seit Juli 2023) schafft zwar eine neue Rechtsgrundlage – Datenschutzexperten halten es aber für fragil und erwarten eine erneute gerichtliche Überprüfung (Stichwort: „Schrems III“).

In der Praxis bedeutet das: Du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Webflow, musst die Datenübermittlung in deiner Datenschutzerklärung transparent machen und trägst ein Restrisiko bei Abmahnungen – besonders im B2B-Bereich, wo Kunden zunehmend auf DSGVO-Konformität achten.

WordPress: Volle DSGVO-Kontrolle mit deutschem Hosting

Mit WordPress wählst du deinen Hosting-Standort selbst. Deutsche Anbieter wie Raidboxes (Frankfurt), All-Inkl (Freiberg) oder Hetzner (Nürnberg/Falkenstein) hosten deine Daten ausschließlich in Deutschland – kein Drittlandtransfer, kein Schrems-Problem. Du behältst die volle Kontrolle darüber, welche Dienste externe Daten verarbeiten.

Für Cookie-Consent setzt du Plugins wie Complianz, Borlabs Cookie oder Real Cookie Banner ein, die den aktuellen Stand der DSGVO und ePrivacy-Richtlinie abbilden – inklusive TCF 2.2, Google Consent Mode v2 und granularer Cookie-Kategorien. Bei Webflow musst du Cookie-Consent über externe Dienste wie Cookiebot oder CookieYes lösen, was zusätzliche Kosten und ein weiteres externes Tool bedeutet.

Updates & Maintenance: Laufender Aufwand im Vergleich

Ein oft unterschätzter Kostenfaktor bei der CMS-Wahl: der laufende Wartungsaufwand.

Webflow: Wartungsfrei – aber ohne Kontrolle

Webflow als gehostete Plattform braucht keine Updates von deiner Seite. Kein Core-Update, kein Plugin-Update, kein Theme-Update. Die Plattform wird zentral von Webflow gewartet. Das spart Zeit und reduziert das Risiko von Kompatibilitätsproblemen. Nachteil: Du hast keinen Einfluss darauf, wann und welche Änderungen Webflow an der Plattform vornimmt – und gelegentlich ändern sich Features oder Verhalten ohne Vorwarnung.

WordPress: Regelmäßiger Update-Aufwand

WordPress verlangt regelmäßige Updates: Core-Updates (4–6 Major Releases pro Jahr), Plugin-Updates (je nach Plugin wöchentlich bis monatlich) und Theme-Updates. Bei einer typischen WordPress-Seite mit 15–20 Plugins fallen pro Monat 30–60 Minuten Wartungsarbeit an – oder du buchst einen Maintenance-Service (50–150 €/Monat).

Managed WordPress-Hoster wie Raidboxes oder Kinsta übernehmen automatische Core-Updates und tägliche Backups. Plugin-Updates musst du trotzdem überwachen, da veraltete Plugins das häufigste Einfallstor für Sicherheitslücken sind. Dieser laufende Aufwand ist ein realer Kostenfaktor, den du bei der CMS-Entscheidung einkalkulieren solltest.

Barrierefreiheit & BFSG: Pflicht ab Juni 2025

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) – Websites, die Produkte oder Dienstleistungen an Verbraucher verkaufen, müssen barrierefrei sein. Die Anforderungen orientieren sich an den WCAG 2.1 AA-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) und der deutschen BITV 2.0.

Webflow generiert semantischen HTML-Code, was eine gute Basis für Barrierefreiheit bildet. Die Umsetzung (ARIA-Labels, Tastaturbedienung, Farbkontraste, Fokus-Management) liegt aber komplett beim Designer – Webflow bietet dafür einen integrierten Accessibility-Audit im Designer. WordPress bietet mit Plugins wie WP Accessibility und dem Accessibility Checker zusätzliche Werkzeuge, und viele Block-Themes sind bereits WCAG-konform gebaut. In beiden Systemen ist Barrierefreiheit kein Automatismus – sie muss aktiv umgesetzt werden.

Für wen eignet sich Webflow?

Webflow ist die richtige Wahl, wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen:

  • Designer-geführte Projekte: Du oder dein Team kommen aus dem Design-Bereich und wollen pixel-genaue Kontrolle über Layout und Animationen – ohne Entwickler einbinden zu müssen.
  • Kleine, statische Websites: Portfolio-Seiten, Landing Pages oder Unternehmenswebsites mit wenigen Seiten und selten wechselnden Inhalten.
  • Überschaubares Budget für den Start: Du willst schnell live gehen und nimmst die höheren laufenden Kosten in Kauf.
  • Kein Bedarf an komplexen Erweiterungen: Du brauchst weder Mitgliederbereiche, noch Buchungssysteme, noch komplexe Formulare. Webflow bietet seit 2023 native Localization – für einfache Mehrsprachigkeit reicht das, bei komplexen Setups kommt WPML oder Polylang auf WordPress aber weiter.

Für wen eignet sich WordPress?

WordPress ist die bessere Wahl, wenn du dich in diesen Punkten wiederfindest:

  • Langfristige Projekte: Du planst eine Website, die über Jahre wächst – unsere Website-Checkliste hilft dir bei der Planung.
  • Maximale Flexibilität: Du brauchst Funktionen wie E-Commerce, Membership-Bereiche, Buchungssysteme, Mehrsprachigkeit, komplexe Formulare oder API-Anbindungen.
  • SEO als Wachstumstreiber: Du willst über Content-Marketing und Suchmaschinenoptimierung organisch wachsen und brauchst dafür maximale Kontrolle über technisches SEO.
  • Kostenkontrolle bei Skalierung: Dein Budget soll mit dem Projekt mitwachsen – nicht sprunghaft steigen, weil du in den nächsten Tarif rutscht.
  • Datenhoheit und Unabhängigkeit: Du willst jederzeit den Hoster, die Agentur oder das Design wechseln können, ohne von vorn anzufangen.
  • Nicht-technische Redakteure: Dein Team soll Inhalte pflegen können, ohne CSS-Kenntnisse zu brauchen.

Webflow zu WordPress migrieren: Aufwand und Optionen

Falls du bereits auf Webflow bist und über einen Wechsel nachdenkst: Die Migration ist möglich, aber nicht trivial. Du kannst das statische HTML exportieren, musst aber alle CMS-Inhalte, Formulare, Interactions und das gesamte Design in WordPress neu aufbauen. Der Aufwand hängt von der Komplexität ab – rechne mit 20–80 Stunden für eine typische Unternehmenswebsite.

In die andere Richtung (WordPress zu Webflow) wird es noch aufwendiger, weil WordPress-Plugins und deren Funktionalität in Webflow häufig kein Äquivalent haben.

Ein konkretes Beispiel: Eine WordPress-Seite mit WooCommerce, WPML (Mehrsprachigkeit) und einem Buchungsplugin lässt sich nicht 1:1 nach Webflow übertragen. Die Funktionen müssten durch externe Dienste (Shopify Buy Button, Calendly, Weglot) ersetzt werden – was die laufenden Kosten zusätzlich erhöht.

WordPress oder Webflow: So triffst du die richtige CMS-Entscheidung

Die Wahl zwischen Webflow und WordPress ist keine Glaubensfrage. Sie hängt von deinem Projekt, deinem Budget und deinen langfristigen Zielen ab.

Wenn du eine kleine, visuell beeindruckende Website brauchst und ein Design-Team hast, das mit CSS umgehen kann – prüfe Webflow. Wenn du langfristig flexibel bleiben willst, ein wachsendes Projekt planst und keine Abhängigkeit von einer Plattform eingehen möchtest – ist WordPress die solide Wahl.

Du bist unsicher, welches CMS zu deinem Projekt passt? Teste es mit unserem CMS Checker oder lass dich persönlich beraten. Wir arbeiten primär mit WordPress, empfehlen aber ehrlich, wenn eine andere Plattform besser passen würde. Denn am Ende zählt nicht das System – sondern das Ergebnis: eine Website, die für dich arbeitet und bei Google gefunden wird.

Bereit für professionelles Webdesign mit dem richtigen CMS? Melde dich bei uns – wir beraten dich unverbindlich.

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