Joomla vs WordPress – warum dieser Vergleich 2026 noch relevant ist

Du planst eine neue Website und stehst vor der Frage: Joomla oder WordPress? Beide Content-Management-Systeme gibt es seit über 20 Jahren. Beide sind Open Source unter der GPL v2 Lizenz, kostenlos und laufen auf dem gleichen Tech-Stack: PHP mit MySQL oder MariaDB als Datenbank. Trotzdem hat sich in den letzten Jahren viel verschoben – und die Unterschiede sind 2026 deutlicher denn je.

WordPress betreibt laut W3Techs über 43 % aller Websites weltweit. Joomla liegt bei unter 2 % – Tendenz fallend. Zum Vergleich: Selbst Drupal, das dritte große Open-Source-CMS, liegt mit rund 1,5 % inzwischen auf Augenhöhe mit Joomla. Auch TYPO3 verliert im Vergleich mit WordPress zunehmend an Boden, und selbst Webflow als moderner Baukasten kann in vielen Bereichen nicht mithalten. Das bedeutet nicht automatisch, dass Joomla schlecht ist. Aber es hat direkte Konsequenzen für Plugin-Auswahl, Hosting-Kompatibilität, Entwickler-Verfügbarkeit und langfristige Planungssicherheit. Genau diese Punkte schauen wir uns jetzt an.

Bevor wir in die Details gehen: Wenn du dir unsicher bist, welches CMS auf deiner aktuellen Website läuft, teste es mit unserem CMS-Checker – das dauert 10 Sekunden.

WordPress und Joomla im direkten Vergleich (Tabelle)

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen WordPress und Joomla auf einen Blick. Danach gehen wir jeden Punkt im Detail durch.

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Kriterium WordPress Joomla
Kosten (CMS-Lizenz) Kostenlos (Open Source) Kostenlos (Open Source)
Marktanteil 2026 43 %+ unter 2 %
Lernkurve Flach – Einsteiger-freundlich Steil – komplex für Anfänger
Plugins / Extensions 60.000+ (offizielles Verzeichnis) ca. 5.000 (rückläufig)
Themes / Templates 12.000+ kostenlos, tausende Premium wenige hundert, kaum neue
SEO Exzellent (Yoast, Rank Math, AIOSEO) Solide Basics, weniger Auswahl
Sicherheit Gut (häufige Updates, große Community) Gut (ACL, aber kleinere Community)
Hosting-Anforderungen Minimal – läuft überall Etwas höher (PHP-Konfiguration)
Mehrsprachigkeit Per Plugin (WPML, Polylang) Nativ eingebaut
Benutzerrechte Basis-Rollen, erweiterbar per Plugin Granular (ACL) nativ
Community / Support Riesig – Foren, Meetups, WordCamps Klein, schrumpfend
Update-Zuverlässigkeit Regelmäßig, Auto-Updates möglich Regelmäßig, aber weniger getestet
Entwickler-Verfügbarkeit Hoch – leicht zu finden Eingeschränkt – Nischenmarkt
E-Commerce WooCommerce (4M+ Shops, ~36 % Marktanteil) VirtueMart, HikaShop (Nische)
DSGVO / Datenschutz Borlabs Cookie, Complianz u.v.m. Wenige spezialisierte Extensions
Barrierefreiheit Accessibility-Team, Theme-Tag Stark im Core (WAI-ARIA, Cassiopeia)
REST API / Headless Seit 4.7 – großes Ökosystem Seit Joomla 4 – JSON:API-Standard
Performance (optimiert) Lighthouse 95+ mit Caching Lighthouse 80–90 mit Caching

Auf den ersten Blick ist das Bild ziemlich eindeutig. Aber Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Lass uns die einzelnen Kriterien genauer durchgehen.

Marktanteile 2026
VS
WP 43,5 %
J! 1,8 %
Plugins / Extensions
60.000+
WordPress
vs
~5.000
Joomla
Kosten / Jahr (typisch)
~1.500€
WordPress
vs
~2.500€
Joomla
Lernkurve (1=leicht)
WordPress (2/5)
Joomla (4/5)
Score-Bewertung
WordPress vs Joomla im Punktevergleich
WordPress Gesamt
8.5/10
Joomla Gesamt
6.3/10

Kosten: Was kosten WordPress und Joomla wirklich?

Beide CMS sind Open Source und damit als Software kostenlos. Die echten Kosten entstehen bei Hosting, Premium-Themes, Plugins und – falls du nicht alles selbst machst – bei der professionellen Entwicklung.

WordPress-Kosten im Überblick

  • Hosting: Ab 5 €/Monat (Shared), 20–50 €/Monat (Managed WordPress Hosting bei Raidboxes, Cloudways oder Kinsta)
  • Premium-Theme: 40–80 € einmalig (z. B. Astra Pro, GeneratePress, Kadence)
  • Wichtige Plugins: 0–300 €/Jahr (SEO-Plugin, Backup, Security, Pagebuilder)
  • Professionelle Umsetzung: 1.500–8.000 € durch Webdesigner oder Agentur

Joomla-Kosten im Überblick

  • Hosting: Ab 5 €/Monat – spezielle Joomla-Hoster sind selten, Standard-PHP-Hosting reicht
  • Premium-Template: 30–70 € einmalig (Anbieter wie JoomlArt, YOOtheme)
  • Extensions: Viele Premium-Extensions kosten 30–100 €/Jahr – kostenlose Alternativen gibt es weniger als bei WordPress
  • Professionelle Umsetzung: Joomla-Entwickler sind schwerer zu finden und oft teurer (höherer Stundensatz wegen Spezialisierung)

Unterm Strich: Die laufenden Kosten sind bei beiden CMS ähnlich. WordPress wird in der Praxis oft günstiger, weil der Wettbewerb unter Hostern, Theme- und Plugin-Anbietern die Preise drückt. Bei Joomla zahlst du für Entwicklerarbeit tendenziell mehr, weil weniger Fachleute verfügbar sind.

Lernkurve: WordPress für Einsteiger, Joomla für Techniker

WordPress wurde von Anfang an als Blogging-Plattform konzipiert und hat diese DNA nie verloren. Die Verwaltungsoberfläche ist intuitiv: Seiten erstellen, Beiträge schreiben, Bilder hochladen – das versteht jeder nach einer Stunde Einarbeitung. Der Block-Editor (Gutenberg) macht das Erstellen von Inhalten so einfach wie das Schreiben einer E-Mail. Und wer visuell arbeiten will, greift zu Page Buildern wie Elementor – mit Drag-and-Drop zum fertigen Layout, ganz ohne Code.

Joomla dagegen stammt aus der Welt der Community-Portale. Das merkt man am Backend: Begriffe wie „Module“, „Komponenten“, „Menü-Items“ und „Kategorien“ sind logisch strukturiert, aber nicht selbsterklärend. Der Standard-Editor von Joomla (TinyMCE) ist funktional, aber spartanisch – viele Joomla-Nutzer installieren deshalb den JCE Editor als Alternative mit mehr Formatierungsoptionen. Wer zum ersten Mal eine Seite in Joomla anlegen will, muss zuerst verstehen, dass ein Beitrag einem Menüpunkt zugewiesen werden muss, bevor er sichtbar wird. Das ist kein Fehler – es ist ein anderes Konzept. Aber es erhöht die Einstiegshürde erheblich.

Für Selbstständige und kleine Unternehmen ohne IT-Abteilung ist WordPress deshalb fast immer die pragmatischere Wahl. Deine Mitarbeiter sollen Inhalte pflegen können – ohne jedes Mal einen Entwickler zu fragen.

SEO-Vergleich: WordPress vs Joomla bei der Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung ist einer der Bereiche, in denen WordPress seinen größten Vorsprung hat – nicht weil Joomla technisch schlechter wäre, sondern weil das Ökosystem um WordPress herum deutlich größer ist.

SEO mit WordPress

  • Yoast SEO und Rank Math sind die bekanntesten SEO-Plugins weltweit. Sie bieten: Meta-Tags, XML-Sitemaps, Schema Markup, Content-Analyse, Redirect-Manager, interne Verlinkungsvorschläge
  • Core Web Vitals: Durch Caching-Plugins (WP Rocket, LiteSpeed Cache) und Bild-Optimierung (ShortPixel, Imagify) erreichst du exzellente Ladezeiten
  • Strukturierte Daten: Dutzende Plugins für FAQ-Schema, HowTo-Schema, Local Business, Product Markup
  • Automatische Sitemaps: Seit WordPress 5.5 nativ integriert, zusätzlich per SEO-Plugin erweiterbar

SEO mit Joomla

  • Basis-SEO: Meta-Tags und SEF-URLs (suchmaschinenfreundliche URLs) sind in Joomla nativ möglich
  • Extensions: sh404SEF war lange das Standard-SEO-Tool für Joomla – die Entwicklung wurde aber eingestellt. Alternativen wie 4SEO existieren, haben aber einen Bruchteil der Nutzerbasis
  • Schema Markup: Muss häufig manuell oder über Template-Anpassungen eingebunden werden
  • Performance: Joomla 5 hat die Ladezeiten verbessert, erreicht aber ohne manuelle Optimierung selten die Werte eines gut konfigurierten WordPress-Setups

In der Praxis bedeutet das: Mit WordPress kannst du SEO schneller, granularer und mit weniger technischem Wissen umsetzen. Bei Joomla brauchst du mehr manuelle Arbeit und tieferes technisches Verständnis, um das gleiche Ergebnis zu erreichen.

Sicherheit: Beide CMS brauchen Pflege

Ein häufiges Argument pro Joomla: „WordPress ist unsicher.“ Das stimmt so nicht. WordPress ist das meistangegriffene CMS – weil es das meistgenutzte ist. Das ist ein Unterschied. Die Sicherheitslage beider Systeme im Vergleich:

  • WordPress-Sicherheit: Der WordPress-Core wird regelmäßig gepatcht, oft innerhalb von Stunden nach Bekanntwerden einer Schwachstelle. Das größte Risiko sind veraltete oder schlecht programmierte Drittanbieter-Plugins. Lösung: nur aktiv gepflegte Plugins nutzen, automatische Updates aktivieren, ein Security-Plugin wie Wordfence oder Solid Security installieren.
  • Joomla-Sicherheit: Joomla bringt ein granulares Benutzerrechte-System (ACL – Access Control List) mit, das WordPress nativ nicht bietet. Das ist bei Multi-User-Portalen ein echter Vorteil. Allerdings werden Joomla-Sicherheitslücken wegen der kleineren Community manchmal später entdeckt und gepatcht.

Beide CMS sind sicher – wenn du sie aktuell hältst, sichere Passwörter nutzt und kein veraltetes Zeug installierst. Mehr zum Thema Web-Security für CMS-Websites haben wir separat zusammengestellt. Der Unterschied: Für WordPress findest du mehr Security-Tools, mehr Anleitungen und mehr Managed-Hosting-Anbieter, die sich um Updates und Backups kümmern.

Plugins und Extensions: Wo das Ökosystem den Unterschied macht

Die Erweiterbarkeit ist einer der größten Pluspunkte von CMS-Systemen gegenüber Baukästen wie Wix oder Squarespace. Aber zwischen WordPress und Joomla klafft eine gewaltige Lücke:

  • WordPress: Über 60.000 kostenlose Plugins im offiziellen Verzeichnis. Dazu tausende Premium-Plugins auf Marktplätzen wie CodeCanyon, ThemeForest oder direkt bei Entwicklern. Für praktisch jede Anforderung gibt es mehrere Lösungen – vom Kontaktformular (WPForms, Gravity Forms) über Onlineshops (WooCommerce) bis zu Membership-Bereichen (MemberPress).
  • Joomla: Das Joomla Extensions Directory (JED) listet noch rund 5.000 Extensions – viele davon werden aber nicht mehr aktiv gepflegt. Neue Extensions erscheinen selten. Bewährte Tools wie Akeeba Backup (das Standard-Backup-Tool der Joomla-Welt) funktionieren weiterhin zuverlässig. Aber bei speziellen Anforderungen stoßen Joomla-Nutzer schnell an Grenzen.

Warum ist das so? Entwickler investieren ihre Zeit dort, wo die Nutzer sind. Und bei einem Marktanteil von unter 2 % lohnt sich die Extension-Entwicklung für Joomla wirtschaftlich kaum noch. Das ist kein böser Wille – es ist Marktdynamik.

Mehrsprachigkeit und Benutzerrechte: Wo Joomla punktet

Es gibt zwei Bereiche, in denen Joomla WordPress nativ überlegen ist. Und die sollten wir fair benennen:

Mehrsprachige Websites mit Joomla

Joomla bringt ein vollständiges Mehrsprachigkeits-System ab Werk mit. Du installierst zusätzliche Sprachpakete, ordnest Inhalte verschiedenen Sprachen zu und Joomla verwaltet die Sprachversionen automatisch – inklusive hreflang-Tags und Sprachumschalter. Wer darüber hinaus eine komfortablere Übersetzungsverwaltung braucht, nutzt Extensions wie Falang – die Joomla-Variante von WPML.

Bei WordPress brauchst du dafür ein Plugin wie WPML (79–199 €/Jahr) oder das kostenlose Polylang. Beide funktionieren gut, sind aber ein zusätzlicher Baustein, der Updates und Pflege braucht.

Für ein Unternehmen, das seine Website in 5+ Sprachen anbieten muss, war Joomla deshalb lange die naheliegende Wahl. Inzwischen haben WPML und Polylang aber so viel Reife erreicht, dass der native Vorteil von Joomla in der Praxis kleiner wird.

Granulare Benutzerrechte (ACL)

Joomlas Access Control List ermöglicht fein abgestufte Zugriffsrechte: Welcher Benutzer darf welche Kategorie bearbeiten, welche Module sehen, welche Menüpunkte verändern? Das ist bei Community-Portalen, Intranets oder Seiten mit vielen Redakteuren ein echter Vorteil.

WordPress bietet von Haus aus fünf Benutzerrollen (Administrator, Redakteur, Autor, Mitarbeiter, Abonnent). Für granulare Rechte brauchst du ein Plugin wie User Role Editor oder Members. Das funktioniert – ist aber nachgerüstet, nicht nativ.

Joomlas schrumpfender Marktanteil: Was das für dich bedeutet

Zahlen lügen nicht. Joomlas Marktanteil unter allen Websites ist von rund 3,3 % (2018) auf unter 2 % (2026) gefallen. Im CMS-Markt – also nur unter Websites, die ein CMS nutzen – liegt Joomla bei knapp über 2 %, hinter WordPress (rund 63 %), Shopify und Wix.

Was bedeutet das konkret?

  • Weniger Entwickler: Joomla-Spezialisten sind rar. Wenn dein aktueller Entwickler aufhört, wird die Suche nach Ersatz schwierig und teuer.
  • Weniger Extensions: Neue Funktionen werden seltener für Joomla entwickelt. Bestehende Extensions werden häufiger eingestellt (wie sh404SEF).
  • Weniger Hosting-Optimierung: Managed-Joomla-Hosting ist eine Seltenheit. Die meisten Hoster optimieren ihre Infrastruktur für WordPress.
  • Weniger Community-Support: Foren werden stiller, Meetups seltener, Tutorials veralten.
  • Weniger Innovation: Joomla 4 (2021) und Joomla 5 (2023) waren wichtige Modernisierungsschritte – Bootstrap 5 im Frontend, das neue Cassiopeia Admin-Template, ein sauberes MVC-Pattern im Joomla Framework. Aber die Entwicklung verlangsamt sich, weil weniger Contributor aktiv sind.

Zum Vergleich: WordPress organisiert weltweit über 100 WordCamps pro Jahr und hat laut WordPress.org über 2.000 aktive Contributors am Core. Joomla hat eine loyale, aber deutlich kleinere Basis. Auch bei modernen Deployment-Workflows mit Git und CI/CD-Pipelines hat WordPress die Nase vorn – Tools wie WP-CLI, Composer-basierte Setups (Bedrock) und Plattformen wie WordPress VIP oder SpinupWP machen professionelle Workflows einfach. Bei Joomla sind solche Setups möglich, aber weniger dokumentiert und verbreitet.

Das heißt nicht, dass Joomla morgen verschwindet. Das CMS hat eine loyale Community und wird weiterentwickelt. Aber die Dynamik spricht klar für WordPress – und dieser Trend wird sich nicht umkehren.

Für wen eignet sich WordPress?

WordPress ist die richtige Wahl für:

  • Unternehmenswebsites: Von der Handwerker-Seite bis zur Corporate Website mit 50+ Seiten
  • Blogs und Content-Portale: WordPress wurde dafür gebaut – kein CMS macht es besser
  • Onlineshops: WooCommerce betreibt über 4 Millionen Shops weltweit
  • Landing Pages und Microsites: Schnell aufgesetzt, SEO-optimiert, performant
  • Teams ohne IT-Abteilung: Die Inhaltspflege ist ohne technisches Wissen möglich
  • SEO-getriebene Projekte: Die besten SEO-Tools laufen auf WordPress
  • Projekte mit langfristiger Perspektive: Updates, Support und Weiterentwicklung sind auf Jahre gesichert

Für wen eignet sich Joomla (noch)?

Joomla kann in bestimmten Szenarien trotzdem sinnvoll sein:

  • Community-Portale: Seiten mit vielen registrierten Nutzern, Foren und abgestuften Zugriffsrechten profitieren von Joomlas nativem ACL-System
  • Mehrsprachige Portale: Wenn du 10+ Sprachen nativ verwalten willst, ohne Plugin-Abhängigkeit
  • Bestehende Joomla-Seiten: Wenn deine aktuelle Joomla-Website gut läuft, regelmäßig gepflegt wird und alle Anforderungen erfüllt, gibt es keinen Grund für einen überstürzten Wechsel
  • Organisationen mit Joomla-Expertise: Wenn dein Team Joomla kennt und kein Umstieg geplant ist

Ehrlich gesagt: Für neue Projekte empfehlen wir Joomla heute nur noch selten. Die Argumente, die vor fünf Jahren für Joomla sprachen, haben an Gewicht verloren. WordPress hat mit Plugins wie WPML, Members und BuddyPress die ehemaligen Joomla-Stärken weitgehend abgedeckt.

Von Joomla zu WordPress wechseln: So gelingt die Migration

Wenn du aktuell Joomla nutzt und über einen Wechsel nachdenkst, ist das ein größeres Projekt als ein einfaches Update. Aber es ist machbar – und lohnt sich in den meisten Fällen.

Migrations-Checkliste: Joomla zu WordPress

  • Content-Audit: Welche Inhalte sollen übernommen werden? Welche können weg? Eine Migration ist die perfekte Gelegenheit, aufzuräumen.
  • URL-Struktur planen: Joomla und WordPress nutzen unterschiedliche URL-Muster. Plane Redirects (301-Weiterleitungen) für alle bestehenden URLs, damit du keine Google-Rankings verlierst.
  • Migrations-Plugin nutzen: Tools wie FG Joomla to WordPress importieren Beiträge, Kategorien und Bilder automatisch. Die kostenlose Version deckt die Basics ab, die Pro-Version kann auch Module und Menüs übertragen.
  • Design neu aufsetzen: Joomla-Templates lassen sich nicht 1:1 nach WordPress übertragen. Nutze die Migration als Chance für ein modernes Webdesign mit aktuellem Theme.
  • SEO-Daten übernehmen: Meta-Titles, Meta-Descriptions und Alt-Texte müssen manuell geprüft und ggf. in Yoast SEO oder Rank Math übertragen werden.
  • Funktionale Equivalente finden: Welche Joomla-Extensions nutzt du? Finde die WordPress-Alternativen: Kontaktformulare (WPForms), Bildergalerien (Envira), Kalender (The Events Calendar).
  • Testing: Setze die neue WordPress-Seite auf einer Staging-Umgebung auf, teste alles gründlich, und schalte erst dann um.

Zeitrahmen: Eine typische Joomla-zu-WordPress-Migration dauert je nach Umfang 2–6 Wochen. Eine einfache Website mit 20 Seiten kann ein erfahrener Entwickler in einer Woche migrieren. Ein komplexes Portal mit hunderten Beiträgen, Benutzerkonten und speziellen Funktionen braucht entsprechend länger.

Wenn du eine Migration planst, sprich uns an – wir übernehmen den kompletten Umzug inkl. SEO-Absicherung und Redirect-Mapping. Jetzt Kontakt aufnehmen.

E-Commerce: WooCommerce vs. VirtueMart und HikaShop

Wer mit seinem CMS einen Onlineshop betreiben will, trifft auf massive Unterschiede zwischen WordPress und Joomla. Hier geht es nicht um Nuancen – sondern um komplett verschiedene Ökosysteme.

WordPress + WooCommerce

WooCommerce betreibt über 4 Millionen Shops weltweit und hält laut BuiltWith rund 36 % Marktanteil unter allen E-Commerce-Plattformen. Das Plugin ist kostenlos, Open Source und wird von Automattic (der Firma hinter WordPress.com) aktiv weiterentwickelt.

  • Payment-Gateways: Stripe, PayPal, Klarna, Mollie, Amazon Pay – über 100 Zahlungsanbieter per Plugin integrierbar
  • Skalierbarkeit: Vom 10-Produkte-Shop bis zum Sortiment mit 50.000+ Artikeln. Größere Shops kombinieren WooCommerce mit dedizierten Servern und Caching-Strategien.
  • Plugin-Ökosystem: Tausende WooCommerce-Erweiterungen für Versandlogistik (DHL, DPD), Rechnungen (Germanized, German Market), Produktkonfiguratoren, Abo-Modelle (WooCommerce Subscriptions) und Marktplatz-Anbindungen
  • DACH-spezifisch: Plugins wie WooCommerce Germanized oder German Market machen den Shop rechtssicher für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Joomla: VirtueMart und HikaShop

Auf Joomla-Seite stehen VirtueMart und HikaShop als E-Commerce-Lösungen zur Verfügung. Beide sind funktional und für kleinere Shops geeignet – haben aber einen Bruchteil der Nutzerbasis und des Erweiterungs-Ökosystems von WooCommerce.

  • VirtueMart: Das älteste Joomla-Shop-Plugin. Stabil, aber die Weiterentwicklung ist langsam. Wenige Payment-Gateway-Integrationen im Vergleich zu WooCommerce.
  • HikaShop: Modernere Alternative mit besserem Interface. Die kostenlose Version ist eingeschränkt, die Business-Version kostet ab 160 €/Jahr.
  • Skalierbarkeit: Für Shops mit unter 500 Produkten kein Problem. Darüber hinaus wird es dünn – weder das Hosting-Ökosystem noch die verfügbaren Extensions sind auf große Sortimente ausgelegt.

Fazit E-Commerce: Wenn dein Projekt einen Onlineshop beinhaltet, führt 2026 kaum ein Weg an WordPress + WooCommerce vorbei. Die Kombination aus kostenlosem Core, riesigem Plugin-Angebot und einer aktiven Entwickler-Community ist für Joomla nicht erreichbar. Für reine Shop-Projekte ohne Blog oder Content-Strategie lohnt sich auch ein Blick auf dedizierte Plattformen wie Shopify.

DSGVO & Datenschutz: Compliance mit WordPress und Joomla

Seit Mai 2018 ist die DSGVO in Kraft – und für jede Website in Deutschland nicht verhandelbar. Beide CMS sind Open Source, und das bringt einen entscheidenden Vorteil: Du hast volle Datenhoheit. Im Gegensatz zu SaaS-Plattformen wie Wix oder Squarespace liegen deine Daten auf deinem eigenen Server. Du entscheidest, wo gehostet wird – idealerweise bei einem deutschen Hosting-Anbieter mit Serverstandort in Deutschland.

Cookie-Consent und Datenschutz-Plugins

  • WordPress: Plugins wie Borlabs Cookie (Premium, ab 39 €/Jahr) und Complianz (kostenlose + Premium-Version) sind die Standard-Lösungen. Sie scannen deine Seite automatisch auf Cookies und Tracking-Dienste, erstellen rechtskonformes Opt-in und dokumentieren Einwilligungen. Dazu kommen Datenschutz-Generatoren (WP DSGVO Tools) und automatisierte Auskunfts-Anfragen.
  • Joomla: Es gibt DSGVO-Extensions wie CookieHint, sh404SEF (mit Cookie-Consent-Funktion) und einige weitere im JED. Die Auswahl ist deutlich kleiner, und die Qualität variiert. Viele Joomla-Nutzer setzen deshalb auf externe Cookie-Consent-Dienste wie Cookiebot oder Usercentrics, die CMS-unabhängig funktionieren.

Beide Systeme ermöglichen DSGVO-konforme Websites. Der Unterschied liegt im Komfort: WordPress bietet mehr spezialisierte Datenschutz-Plugins, bessere Dokumentation auf Deutsch und mehr Hosting-Anbieter, die sich um datenschutzkonformes Setup kümmern (z. B. Raidboxes mit automatischer SSL-Einrichtung und deutschem Serverstandort).

Barrierefreiheit & BFSG

Seit Juni 2025 gilt das Barrierefüreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland. Es verpflichtet viele Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten – nach den Vorgaben der EN 301 549 und WCAG 2.1 Level AA. Für CMS-Betreiber stellt sich die Frage: Wie gut unterstützen WordPress und Joomla barrierefreie Websites?

  • Joomla: Joomla hat historisch eine der besten Accessibility-Bilanzen unter den Open-Source-CMS. Das Admin-Backend von Joomla 4 und 5 wurde mit Fokus auf WCAG-Konformität entwickelt. Das Cassiopeia-Frontend-Template ist von Grund auf barrierefrei aufgebaut. Joomla war eines der ersten CMS, das WAI-ARIA-Attribute konsequent im Core einsetzte.
  • WordPress: WordPress hat ein eigenes Accessibility-Team, das Teil des Core-Entwicklungsprozesses ist. Themes im offiziellen Verzeichnis können den Tag „accessibility-ready“ erhalten, wenn sie bestimmte Standards erfüllen. Plugins wie WP Accessibility und One Stop Accessibility helfen bei der Nachrüstung bestehender Seiten. In der Praxis hängt die Barrierefreiheit aber stark vom gewählten Theme und den eingesetzten Plugins ab.

In Sachen Barrierefreiheit hat Joomla einen echten Pluspunkt: Die Accessibility-Grundlage ist im Core solider verankert als bei WordPress. Allerdings hilft das nur, wenn du auch barrierefreie Templates und Extensions einsetzt. Beide CMS erfordern zusätzliche Arbeit – automatische BFSG-Konformität liefert keines von beiden.

API & Headless CMS

Moderne Web-Architektur setzt zunehmend auf die Trennung von Backend (Content-Verwaltung) und Frontend (Darstellung). Beide CMS bieten inzwischen REST-APIs für Headless-Setups:

  • WordPress REST API: Seit WordPress 4.7 (2016) fest im Core integriert. Jeder Beitrag, jede Seite, jede Taxonomie ist per API abrufbar. Das WordPress-Headless-Ökosystem ist groß: Frameworks wie Faust.js, Next.js mit WPGraphQL oder Astro mit der REST API ermöglichen performante Frontends. Viele Agenturen nutzen WordPress als reines Content-Backend für Apps und statische Sites.
  • Joomla Web Services API: Mit Joomla 4 kam eine vollwertige REST-API hinzu. Sie unterstützt CRUD-Operationen für die wichtigsten Content-Typen und folgt dem JSON:API-Standard. Die API ist sauber dokumentiert, aber das Ökosystem drumherum ist deutlich kleiner – weniger Tutorials, weniger fertige Frontend-Integrationen, weniger Headless-Hosting-Optionen.

Wenn du ein Headless-Setup planst oder dein CMS als Content-Hub für mehrere Kanäle nutzen willst, bietet WordPress das reifere Ökosystem. Joomla hat technisch aufgeholt, aber die Praxis-Erfahrung und Community-Unterstützung fehlen noch.

Performance-Vergleich: Ladezeiten und Core Web Vitals

Performance ist kein Bonus – es ist ein Ranking-Faktor. Google bewertet Ladezeiten über die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS). Wie schlagen sich die beiden CMS?

  • WordPress mit Caching: Ein gut konfiguriertes WordPress mit WP Rocket oder LiteSpeed Cache, WebP-Bildern und einem schlanken Theme (GeneratePress, Kadence) erreicht ohne Weiteres TTFB-Werte unter 200 ms und Lighthouse-Scores von 95+. Managed-WordPress-Hoster wie Kinsta oder Cloudways liefern Server-seitiges Caching out of the box.
  • Joomla 5: Joomla 5 hat Performance-Verbesserungen mitgebracht – unter anderem optimiertes Asset-Loading, Bootstrap-5-Integration ohne jQuery-Abhängigkeit und bessere Datenbank-Queries. Ein sauber konfiguriertes Joomla 5 mit JotCache oder Cache Cleaner erreicht TTFB-Werte von 200–400 ms und Lighthouse-Scores von 80–90. Die Optimierungsmöglichkeiten sind da, aber es gibt weniger spezialisierte Caching-Plugins und weniger Hosting-Anbieter, die Joomla-spezifisch optimieren.
  • Out of the box: Ohne jegliche Optimierung liegt Joomla oft näher an guten Werten als WordPress – weil WordPress durch Plugins schnell aufgebläht wird. Die Obergrenze ist bei WordPress mit Optimierung aber höher, weil das Caching-Ökosystem mächtiger ist.

In der Praxis entscheidet nicht das CMS allein über die Performance, sondern die Kombination aus Hosting, Theme/Template, Plugins/Extensions und Konfiguration. WordPress bietet hier mehr Stellschrauben und mehr Experten-Wissen in der Community.

Joomla vs WordPress: Klare Empfehlung für 2026

Fassen wir zusammen: WordPress ist für die große Mehrheit der Projekte die bessere Wahl. Nicht weil Joomla technisch schlecht ist – sondern weil das WordPress-Ökosystem in den entscheidenden Bereichen stärker aufgestellt ist: Plugin-Vielfalt, SEO-Tools, Hosting-Optionen, Entwickler-Verfügbarkeit und Community-Support.

Joomla hat seine Daseinsberechtigung – bei Community-Portalen, komplexen Benutzerrechte-Szenarien und Projekten, in denen native Mehrsprachigkeit ohne Plugin-Abhängigkeit gewünscht ist. Aber der schrumpfende Marktanteil, das dünner werdende Extension-Angebot und die sinkende Zahl aktiver Entwickler machen Joomla 2026 zu einer risikoreicheren Langzeit-Entscheidung.

Unser Rat: Wenn du ein neues Projekt startest, nimm WordPress. Wenn du eine bestehende Joomla-Seite hast, die gut läuft – pflege sie weiter. Und wenn du merkst, dass Joomla dich ausbremst (fehlende Extensions, teurer Support, veraltetes Design) – dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Website-Redesign mit WordPress.

Interaktiver Entscheidungshelfer
WordPress oder Joomla?
6 Fragen – sofortige Empfehlung
Frage 1 von 6

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