Was ist Webhosting?
Eine Website ist im Kern eine Sammlung von Dateien — HTML, CSS, JavaScript, Bilder, vielleicht eine Datenbank — die irgendwo auf einem Computer liegen müssen, der ständig mit dem Internet verbunden ist. Diesen Computer nennt man Server, und die Dienstleistung, dort Platz zu mieten, ist Webhosting.
Vergleich aus dem Alltag: Das Restaurant ist deine Website — Konzept, Speisekarte, Einrichtung. Der Hoster ist der Vermieter des Ladenlokals, sorgt für Strom, Wasser, Heizung. Du sorgst für Köche und Gäste. Ohne Lokal kein Restaurant.
Bei einem Hoster bekommst du je nach Tarif unterschiedlich viele Ressourcen: Speicherplatz, Arbeitsspeicher, CPU-Anteile, Datenbanken, E-Mail-Postfächer, SSL/TLS-Zertifikate. Die Domain ist meist nicht enthalten — die mietest du separat über einen Registrar oder direkt beim Hoster.
Welche Hosting-Arten gibt es?
Hosting ist nicht gleich Hosting. Je nach Anforderung hast du verschiedene Modelle zur Auswahl, die sich in Preis, Leistung und Verantwortung stark unterscheiden:
| Typ | Was du bekommst | Wofür geeignet | Preis pro Monat |
|---|---|---|---|
| Shared Hosting | Einen Anteil an einem Server, geteilt mit hunderten anderen Websites | Kleine Websites, Blogs, Visitenkarten | 3-15 € |
| Managed WordPress | Optimierte Umgebung speziell für WordPress, inkl. Updates und Backups | KMU, Agentur-Kunden, Online-Shops bis mittlere Größe | 15-80 € |
| VPS (Virtual Private Server) | Eigener virtueller Server mit garantierten Ressourcen | Mittelgroße Projekte, eigene Anwendungen, mehr Kontrolle | 20-200 € |
| Dedicated Server | Ein ganzer physischer Server nur für dich | Große Plattformen, hohe Lastspitzen, Sonderanforderungen | 100-1000+ € |
| Cloud Hosting | Skalierbare Ressourcen aus einem Pool, zahlst nach Nutzung | Wachsende Projekte, unvorhersehbarer Traffic | Nutzungsabhängig |
Für 90 Prozent aller deutschen KMU ist Managed WordPress die richtige Wahl — schnell genug, einfach zu betreiben, mit professionellem Support. Shared Hosting ist billig, aber langsam und unzuverlässig. Dedicated Server sind Overkill, solange du nicht zehntausende Besucher pro Tag hast.
Was läuft technisch unter der Haube?
Ein Hosting-Paket ist mehr als nur Speicherplatz. Darunter steckt ein kompletter Software-Stack, der zusammenarbeiten muss, damit deine Website performant und stabil läuft. Die wichtigsten Bausteine:
Webserver. Das Programm, das HTTP-Anfragen annimmt und Dateien ausliefert. Die drei gängigen Kandidaten sind Nginx (schnell, schlank, Standard bei modernen Setups), Apache (der Klassiker, maximal flexibel, läuft auf praktisch jedem Hoster) und LiteSpeed (kommerziell, besonders schnell mit eigenem Cache, beliebt bei Performance-Hostern). Welchen Webserver dein Hosting-Anbieter auf seinen Servern einsetzt, ist für die Geschwindigkeit spürbar — aber als Kunde wählst du ihn selten selbst.
PHP-Version. WordPress, Joomla und die meisten CMS brauchen PHP. Aktuelle Versionen (PHP 8.2 oder höher) sind bis zu doppelt so schnell wie ältere, schließen Sicherheitslücken und unterstützen moderne Plugins. Wer noch auf PHP 7.x festhängt, bremst die eigene Seite aus — und riskiert, dass kritische Updates nicht mehr funktionieren. Ein guter Hoster erlaubt dir, die PHP-Version per Klick umzuschalten.
Datenbank. Fast alle WordPress-Hoster setzen auf MySQL oder den kompatiblen Fork MariaDB. Sie speichern Beiträge, Seiten, Einstellungen, Benutzer. Bei Performance-Problemen lohnt ein Blick in die Datenbankversion — MariaDB 10.6+ oder MySQL 8 sind heute Standard.
Mail-Dienste, Cron-Jobs, Backup-Jobs. Ein ordentlicher Hoster bringt all das als integrierten Bestandteil mit, nicht als teures Zusatzpaket.
Verfügbarkeit, Backups, SLA
Uptime und SLA. Seriöse Hoster garantieren eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent oder mehr — schriftlich im Service Level Agreement. Das klingt nach wenig Ausfall, sind aber immerhin knapp neun Stunden pro Jahr. Wer geschäftskritisch abhängig ist, sollte auf 99,95 oder mehr achten.
Backup-Strategie. Mindestens tägliche, automatische Backups, rückwirkend 14 bis 30 Tage, idealerweise an einem zweiten Standort. Ein Backup auf demselben Server ist nur halb so wertvoll — brennt das Rechenzentrum, sind Website und Backup gleichzeitig weg. Gute Hoster erlauben dir außerdem, jederzeit einen manuellen Snapshot zu ziehen, bevor du ein größeres Update machst.
Warum Hosting den größten Einfluss auf deine Website hat
Schlechtes Hosting macht jede gute Website kaputt. Wenn dein Server zu langsam ist, verlieren Besucher die Geduld und springen ab — Google misst das und straft deine SEO-Rankings ab. Ladezeiten unter zwei Sekunden gelten als gut, alles über vier Sekunden ist Conversion-Tod. Die Core Web Vitals, an denen Google die Performance einer Seite misst, hängen direkt am Hosting.
Konkretes Beispiel: Ein Online-Shop läuft auf 4-Euro-Shared-Hosting. An normalen Tagen reicht es. Sobald 50 Leute gleichzeitig auf der Seite sind, bricht der Server ein — Ladezeit auf acht Sekunden, Bestellungen brechen ab. Der Umsatzverlust einer einzigen Aktion übersteigt zehn Jahre Hosting-Kosten bei einem ordentlichen Anbieter.
Auch Sicherheit und Verfügbarkeit hängen am Hosting. Günstige Anbieter machen keine täglichen Backups, haben kein gehärtetes Setup, antworten auf Support-Anfragen nach drei Tagen. Wenn deine Seite gehackt wird, stehst du allein da.
Worauf du bei der Hosting-Wahl achten solltest
Standort des Rechenzentrums. Für deutsche Besucher sollte der Server in Europa stehen — idealerweise Deutschland. Das verbessert Ladezeiten und ist DSGVO-relevant.
SSD statt HDD. Veraltete Festplatten sind Performance-Killer. Jeder seriöse Hoster setzt heute auf SSDs oder NVMe.
HTTP/2 oder HTTP/3. Moderne HTTP-Versionen beschleunigen die Übertragung deutlich. Ältere Hoster bieten nur HTTP/1.1 — vermeiden.
Tägliche Backups. Automatisch, mindestens 14 Tage rückwirkend. Wer das nicht anbietet, ist kein professioneller Hoster.
Kostenloses SSL/TLS-Zertifikat. Let's Encrypt sollte selbstverständlich sein. Wer für SSL extra Geld verlangt, ist hinter dem Mond.
PHP- und Datenbank-Versionen aktuell. Wer noch PHP 7.x ausliefert, hat veraltete Software laufen. PHP 8.2 oder höher ist der Standard.
Echter Support. Telefon oder Live-Chat, auf Deutsch, mit Menschen die wirklich helfen können — kein Ticket-System mit drei Tagen Antwortzeit.
Caching und CDN integriert. Gute Hoster bieten Server-seitiges Caching und CDN-Anbindung im Tarif. Das bringt mehr Speed als jedes Plugin.