Web-Technik

Subdomain

Eine Subdomain ist ein Unterbereich deiner [Domain](domain.md), den du wie eine eigene Adresse verwenden kannst. Bei `shop.firmencharisma.de` ist `shop` die Subdomain — sie kann auf einen anderen [Server](server.md) zeigen, ein anderes System hosten und unabhängig von der Hauptseite betrieben werden.

Lesezeit 4 Min Kategorie Web-Technik

Was ist eine Subdomain?

Jede Domain ist hierarchisch aufgebaut. Ganz rechts steht die TLD.de oder .com. Davor steht die Second-Level-Domain — der Name, den du dir ausgedacht hast, z.B. firmencharisma. Und davor kannst du beliebige weitere Ebenen einfügen — das sind Subdomains. www ist die bekannteste Subdomain überhaupt, aber technisch ist sie nichts Besonderes. Sie ist nur eine konventionell genutzte Subdomain für Webserver.

Mit einer einzigen Domain wie firmencharisma.de kannst du theoretisch unbegrenzt viele Subdomains anlegen — www.firmencharisma.de, shop.firmencharisma.de, blog.firmencharisma.de, api.firmencharisma.de, kunde.firmencharisma.de. Jede dieser Subdomains kann auf eine andere IP-Adresse zeigen, ein anderes System hosten und ihren eigenen SSL/TLS-Zertifikat haben. Aus Außensicht wirken sie wie verschiedene Websites, technisch gehören sie alle zur selben Hauptdomain.

Subdomains werden über das DNS-System verwaltet. Du legst beim Nameserver deiner Domain einen neuen Eintrag an — z.B. einen A-Record für shop, der auf eine bestimmte IP zeigt. Sobald die Änderung sich verbreitet hat, ist shop.firmencharisma.de erreichbar. Mehr ist es nicht.

Wann verwendet man Subdomains?

Subdomains sind ein Strukturwerkzeug. Sie ergeben Sinn, wenn ein Teilbereich deiner digitalen Präsenz technisch oder organisatorisch wirklich getrennt sein soll:

AnwendungsfallBeispielWarum Subdomain
Online-Shop neben Websiteshop.example.deEigenes Shop-System (Shopware, WooCommerce auf separater Instanz)
Blog auf separater Plattformblog.example.deEigenes CMS, eigene Redaktion
Mitarbeiter- oder Kundenportalportal.example.deLogin-geschützt, eigene Anwendung
API-Endpunktapi.example.deTrennt Daten-Schnittstelle vom Web-Frontend
Staging- oder Test-Umgebungstaging.example.deTesten ohne Risiko für die Live-Seite
Mehrsprachige Websiteen.example.de, fr.example.deKlare Sprachtrennung
Marketing-Landingpagesaktion.example.deEigene Kampagnen-Plattform
Webmail-Zugangmail.example.deEigener Bereich für Mail-Oberfläche

Eine Subdomain ist immer dann sinnvoll, wenn der Inhalt funktional eigenständig ist und potentiell auf einer anderen Plattform oder einem anderen Server läuft.

Subdomain vs. Subverzeichnis — der wichtige Unterschied

Es gibt zwei Wege, Inhalte in Unterbereichen zu organisieren:

  • Subdomain: shop.firmencharisma.de
  • Subverzeichnis: firmencharisma.de/shop

Beides erreicht den Nutzer am Ende — aber technisch und SEO-strategisch ist es ein Riesenunterschied:

KriteriumSubdomainSubverzeichnis
SEO-PowerWird von Google teils als eigene Site behandeltErbt die Autorität der Hauptdomain
Technische TrennungKomplett möglich (anderer Server, anderes CMS)Schwierig — alles auf einer Plattform
SSL-ZertifikatEigenes Zertifikat oder WildcardEin Zertifikat für alles
TrackingEigene Property in Analytics nötigEine Property reicht
Setup-AufwandHöherNiedriger

Die Faustregel: Wenn du SEO-Power bündeln willst und der Inhalt thematisch zur Hauptseite gehört, nimm ein Subverzeichnis. Wenn du technisch trennen musst (z.B. Shopware-Shop neben WordPress-Website), nimm eine Subdomain. Ein Blog gehört bei den meisten KMU ins Subverzeichnis (/blog) — ein eigenes Shop-System auf eine Subdomain.

Wie richtest du eine Subdomain ein?

Der Prozess ist simpel und läuft fast immer im Backend deines Hosting-Anbieters ab:

  1. Im Hoster-Backend Subdomain erstellen. Du gibst den Namen ein (shop), wählst aus, in welchen Ordner sie zeigen soll (z.B. /shop oder /public_html/shop).
  2. DNS-Eintrag wird automatisch angelegt. Bei den meisten Hostern ist das ein Klick — ein A-Record für shop mit der gleichen IP wie die Hauptdomain.
  3. SSL-Zertifikat ausstellen. Let's Encrypt unterstützt Subdomains nativ. Mit einem Knopfdruck oder über ein Wildcard-Zertifikat (*.firmencharisma.de) sind alle Subdomains automatisch verschlüsselt.
  4. Inhalt deployen. Du kannst nun ein eigenes CMS, eine eigene Anwendung oder einen statischen HTML-Bereich in den entsprechenden Ordner legen.
  5. Optional: auf anderen Server zeigen lassen. Wenn die Subdomain bei einem anderen Anbieter liegen soll, ändere den A-Record auf die IP dieses Servers.

Bei externen Diensten (Shopify, Webflow, etc.) bekommst du eine Anleitung mit den nötigen DNS-Einträgen — meistens ein CNAME, der auf einen Hostnamen des Anbieters zeigt.

Häufige Fehler beim Umgang mit Subdomains

Subdomain ohne Grund anlegen. Wer einen normalen Blog auf blog.example.de legt statt auf example.de/blog, verschenkt SEO-Power. Google muss die Autorität auf zwei Bereiche verteilen statt sie zu bündeln.

Vergessenes SSL. Ein Standard-Zertifikat deckt nur die Hauptdomain ab, nicht automatisch jede Subdomain. Wer das übersieht, hat Browser-Warnungen — und Besucher springen ab. Lösung: Wildcard-Zertifikat oder einzelne Let's-Encrypt-Zertifikate pro Subdomain.

Doppelter Content zwischen Hauptdomain und Subdomain. Wenn firmencharisma.de und www.firmencharisma.de parallel existieren ohne Redirect, sieht Google zwei identische Seiten. Lösung: Eine Variante per 301 auf die andere weiterleiten.

Subdomain als Versteck für Test-Inhalte. staging.example.de wird gerne öffentlich zugänglich gelassen — dann findet Google sie und indexiert sie. Resultat: Doppelter Content im Index. Lösung: Per robots.txt oder Passwortschutz absichern.

Mail-Konfiguration vergessen. Wer eine Subdomain anlegt und später E-Mails von dort versendet, ohne SPF und DKIM zu setzen, landet im Spam. Subdomains brauchen eigene Mail-Authentifizierung.

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