Was ist eine IP-Adresse?
IP steht für "Internet Protocol". Eine IP-Adresse ist quasi die Hausnummer eines Geräts im Netz. Wenn dein Browser eine Website lädt, schickt er Datenpakete an die IP-Adresse des Servers. Der Server schickt seine Antwort an deine eigene IP zurück. Ohne IPs gäbe es kein Internet — Pakete würden ins Leere laufen.
Eine IPv4-Adresse sieht so aus: 88.99.45.12. Vier Zahlen zwischen 0 und 255, getrennt durch Punkte. Eine IPv6-Adresse ist deutlich länger und sieht so aus: 2a01:4f8:c012:abcd::1. Beide tun dasselbe — sie identifizieren ein Gerät eindeutig — nur dass IPv6 viel mehr Adressen ermöglicht, weil IPv4 schon vor Jahren ausgegangen ist.
Du als Website-Besucher tippst nie eine IP ein. Du tippst firmencharisma.de, und das DNS-System übersetzt das im Hintergrund in 88.99.45.12. Erst dann baut dein Browser die Verbindung auf. IPs sind die Sprache der Maschinen, Domains die Sprache der Menschen.
IPv4 vs. IPv6 — warum es zwei Versionen gibt
IPv4 wurde in den 1980ern entwickelt, als niemand ahnte, dass mal Milliarden Geräte gleichzeitig im Netz sein würden. Mit 4,3 Milliarden möglichen Adressen war IPv4 lange ausreichend. Heute reicht es nicht mehr — die letzten freien IPv4-Blöcke wurden längst vergeben. IPv6 löst das Problem mit einem absurd großen Adressraum.
| Version | Format | Anzahl möglicher Adressen | Typisches Aussehen |
|---|---|---|---|
| IPv4 | 32 Bit, 4 Zahlen | ca. 4,3 Milliarden | 88.99.45.12 |
| IPv6 | 128 Bit, 8 Hexgruppen | 340 Sextillionen | 2a01:4f8:c012:abcd::1 |
Praktisch heißt das: Jeder ordentliche Hosting-Anbieter unterstützt heute beide Protokolle parallel — sogenannter "Dual Stack". Die Website ist sowohl unter ihrer IPv4 als auch unter ihrer IPv6 erreichbar, und der Browser wählt automatisch, was funktioniert.
Statisch vs. dynamisch — wer kriegt was
Eine weitere wichtige Unterscheidung:
Statische IP-Adressen ändern sich nie. Ein Server, auf dem deine Website läuft, hat immer die gleiche IP — sonst würde die DNS-Auflösung jeden Tag ins Leere laufen. Statische IPs sind Pflicht für alles, was dauerhaft erreichbar sein soll.
Dynamische IP-Adressen wechseln in regelmäßigen Abständen. Dein Internetanbieter zu Hause weist dir bei jeder Einwahl eine neue IPv4 zu — meist alle 24 Stunden. Das ist für normale Nutzer egal, weil du nichts hostest. Wenn du aber zu Hause einen Server betreiben willst, brauchst du entweder eine statische IP (Aufpreis beim Provider) oder einen DynDNS-Dienst, der bei jedem Wechsel die neue IP an einen Domainnamen koppelt.
Bei jedem Hosting-Paket ist die IP des Webservers statisch — sonst funktioniert das ganze Konzept nicht.
Öffentlich vs. privat — die zwei Welten
Es gibt IP-Adressen, die im offenen Internet routen, und solche, die nur in lokalen Netzen funktionieren. Das ist wichtig, weil sonst der ganze Adressraum noch schneller weg gewesen wäre.
| Bereich | Wofür | Beispiel |
|---|---|---|
| Öffentliche IPs | Im Internet erreichbar | 88.99.45.12 (firmencharisma.de) |
| Private IPs (RFC 1918) | Nur im lokalen Netz | 192.168.x.x, 10.x.x.x, 172.16-31.x.x |
| Loopback | Nur das eigene Gerät | 127.0.0.1 |
Die 192.168.0.1, die du im Heim-WLAN siehst, ist eine private IP — die gibt es weltweit Millionen Mal, aber jedes WLAN-Netz ist eine eigene Insel. Erst wenn dein Router die Pakete nach außen schickt, übersetzt er deine private IP in seine öffentliche IP (NAT — Network Address Translation).
Warum IP-Adressen für deine Website wichtig sind
Du selbst musst als Website-Betreiber nie eine IP eintippen. Aber sie ist im Hintergrund überall:
- Beim Hosting-Wechsel ändert sich die IP des Servers. Die DNS-Einträge müssen nachgezogen werden, sonst landet niemand mehr bei dir.
- Bei E-Mail-Reputation spielt die IP eine riesige Rolle. Wenn dein Mail-Server auf einer "schlechten" IP läuft (vorher Spam-Schleuder), landen deine Mails sofort im Spam-Ordner.
- Bei dedizierten IPs im Online-Shop kannst du Vertrauenssignale verbessern und SSL-Konfigurationen vereinfachen — heute aber immer seltener nötig dank SNI.
- Bei IP-Sperren (z.B. über
.htaccess) kannst du gezielt Bots oder bestimmte Länder aussperren. Dein Hoster braucht dafür die IP-Daten.
Beispiel: Ein Online-Shop wechselt den Hoster. Die neue IP wird in den DNS-Einträgen hinterlegt. Kunden, deren Resolver die alte IP noch im Cache haben, landen für ein paar Stunden auf dem alten Server. Das ist normal — und genau der Grund, warum du vor einem Umzug die TTL der DNS-Einträge reduzieren solltest.