Design

Footer

Der Footer ist der unterste Bereich deiner Website — der Abschluss jeder Seite. Er sieht aus wie ein Anhängsel, ist aber eines der meistgenutzten Elemente einer Website. Hier suchen Nutzer Kontaktdaten, Rechtliches, Sitemap-Links und vergessene Unterseiten.

Lesezeit 3 Min Kategorie Design

Der Footer ist der Bereich am unteren Ende deiner Website, der auf jeder Seite gleich aussieht. Während sich der Hauptinhalt von Seite zu Seite ändert, bleiben Footer und Navigation konstant — sie sind das Gerüst, das den Besucher orientiert. Der Footer ist dabei oft unterschätzt: Viele Webdesigner stopfen ihn lieblos voll, weil "da unten guckt eh keiner hin". Das ist falsch.

In Wahrheit ist der Footer das Sicherheitsnetz deiner Website. Wer eine Information sucht und sie im Hauptbereich nicht findet, scrollt instinktiv ganz nach unten. Hier muss er fündig werden — Kontakt, Adresse, Impressum, häufige Links, Social Media, Newsletter-Anmeldung. Wenn der Footer leer oder unsortiert ist, ist das Sicherheitsnetz löchrig.

Beispiel: Auf der Apple-Website ist der Footer riesig und sauber sortiert in vier oder fünf Spalten — Shop und Lernen, Apple Store, Für Unternehmen, Apple Werte, Über Apple. Wer auf der Startseite landet und nach AppleCare sucht, findet es im Footer in weniger als drei Sekunden. Genau dafür ist er da.

Ein durchdachter Footer hat ein paar feste Bestandteile, die in fast jeder Branche Sinn ergeben.

BereichBeispiele
KontaktAdresse, Telefon, E-Mail, Öffnungszeiten
RechtImpressum, Datenschutzerklärung, AGB, Cookie-Banner-Einstellungen
NavigationWichtige Unterseiten, oft nach Themen sortiert
ConversionNewsletter-Anmeldung, Kontaktformular-Link, Termin-Button
Trust-ElementeAuszeichnungen, Mitgliedschaften, Zertifikate
Social MediaIcons mit Links zu LinkedIn, Instagram, YouTube
CopyrightFirmenname, ggf. Geschäftsführer, oft mit Hinweis auf den Web-Designer

Was nicht in den Footer gehört: zusammenhanglose Buzzwords, verwaiste Links zu nicht mehr existierenden Seiten, Wall-of-Text mit irrelevanten Keywords (gerne als SEO-Trick missbraucht — Google straft das ab statt zu belohnen).

Der Footer ist gleichzeitig Service-Bereich, Rechtspflicht und Conversion-Chance. Drei Funktionen auf engstem Raum.

Service: Wer am Ende einer Seite ankommt und noch nicht gefunden hat, was er suchte, ist ein Risiko-Besucher. Ohne Footer-Links springt er ab. Mit gut sortiertem Footer findet er den nächsten Schritt — und du behältst ihn.

Rechtspflicht: Impressum und Datenschutzerklärung sind in Deutschland Pflicht. Beide müssen von jeder Seite aus erreichbar sein, mit maximal zwei Klicks. Der einfachste und sauberste Ort dafür ist der Footer. Wer das anders löst (versteckte Submenüs, eigene Rechtsboxen), riskiert Abmahnungen.

Conversion: Wer ganz nach unten gescrollt hat, ist entweder gut informiert oder verloren. In beiden Fällen ist eine zweite Chance auf einen CTA wertvoll. Ein Newsletter-Feld, ein Kontakt-Button oder eine kurze "Jetzt unverbindlich beraten lassen"-Sektion direkt überm Footer fängt diese Besucher noch ein.

Beispiel: Eine Tischlerei in Bremen baut ihre Website um. Der alte Footer war ein einsames Impressum mit Telefonnummer. Im neuen Footer landen Kontaktblock, Leistungs-Übersicht, Auszeichnungen, Termin-Button und Social Media. Anrufe über die Website verdoppeln sich — viele kommen aus Footer-Klicks.

Je nach Branche und Seitentyp gibt es ein paar bewährte Muster:

  1. Mehrspaltiger Mega-Footer. Vier bis sechs Spalten mit Themenblöcken. Klassisch für Shops und größere Unternehmensseiten.
  2. Kompakter Service-Footer. Eine Zeile mit Kontaktinfos, eine Zeile mit Rechts-Links. Funktioniert für kleine Websites und Selbstständige.
  3. Conversion-Footer. Großer Newsletter- oder Kontakt-Block oben, dahinter ein dünner Rechts-Bereich. Beliebt bei Landingpages und Agenturen.
  4. Sticky Footer. Eine schmale Leiste, die immer am unteren Bildschirmrand klebt — oft mit CTA oder Cookie-Hinweis. Sparsam einsetzen, sonst nervig.

Lieblos zusammengeklebt. Logo links, drei Links rechts, fertig — wirkt wie nicht zu Ende gedacht. Sieht günstig aus.

Pflicht-Links zu klein oder versteckt. Impressum in Hellgrau auf Hellgrau ist rechtlich grenzwertig und nutzerseitig respektlos.

Keyword-Stuffing. "SEO-Texte" mit allen Städten Niedersachsens im Footer sind ein bekannter alter Trick. Google ignoriert ihn nicht — er bestraft ihn aktiv.

Mobile vergessen. Auf dem Smartphone wirken vier Spalten oft zerquetscht oder zerfasern in eine endlose Linkliste. Ein guter Footer hat eine eigene mobile Sortierung, oft mit aufklappbaren Bereichen.

Tote Links. Klassiker: Im Footer stehen Links zu Seiten, die längst gelöscht sind. Jeder 404 unten ist ein Vertrauensverlust oben.

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